Montag, 07.11.2005

Arbeitsamt vermittelt positive Grundstimmung!

Vor dem Hintergrund fehlender Lehrstellen ...

..., drohender Insolvenzen, einer Arbeitslosenquote von 9 % einerseits und neuer Ansätze durch private und behördliche Initiativen, sowie erster Neuerungen durch die
Hartz-Gesetze, besuchte die 20-köpfige SPD Fraktion das Lemgoer Arbeitsamt und traf dort mit dem Leiter, Manfred Kinder, seinen Mitarbeitern und dem Leiter Netzwerk Lippe aus Detmold, Herrn Thomas Jeckel zum Informationsgespräch zusammen. Gern geben wir den Extrakt der zweistündigen Veranstaltung weiter, weil wir denken, dass viele Aspekte auch für die breite Öffentlichkeit interessant und eventuell auch neu sind.

Um 2785 Menschen ohne Arbeit und etwa 50 Jugendliche ohne Ausbildungsplatz bemüht sich das Lemgoer Arbeitsamt zurzeit! Der Arbeitsmarkt lebt dennoch: monatlich werden knapp 500 Personen in feste Stellen vermittelt, aber eine gleiche Zahl „Neuer“ meldet sich arbeitslos. Darum stagniert die Arbeitslosenquote in Lemgo bei etwa 9 %. Trotz hoher Zahlen verbreiteten Arbeitsamtsleiter Manfred Kinder und Thomas Jeckel vom Netzwerk Lippe eine positive Grundstimmung beim Besuch der 20-köpfigen SPD Fraktion im Lemgoer Amt!

Die Eigenbemühungen von Arbeitslosen sind intensiv; Pendelwillige nehmen bis zu eineinhalb Stunden Anfahrt in Kauf und Ledige wechseln den Wohnort, bei guter Chance auf feste Arbeit.

Ein Problem sind nach wie vor über 900 Langzeitarbeitslose, darunter 368 jünger als 25 Jahre. Erfolgreich arbeiten die Vermittler mit Sozialabeitern der Stadt Lemgo zusammen und sind damit vor Ort die Keimzelle der neuen Hartzschen Job-Center.

Die hohe Zahl Arbeitsloser entsteht weniger durch die spektakulären Insolvenzen, über die man in der Lokal-Zeitung liest (und die gerade wenn das Weihnachtsgeld zu zahlen ist, noch einmal steigen), sondern durch den schleichenden Stellenabbau. Seit mehreren Jahren werden freiwerdende Stellen in vielen Großbetrieben nicht wieder besetzt. Bei Bedarf kommen kurzfristig Leiharbeiter!“

622 junge Menschen fragten in Lemgo nach einer Lehrstelle an – knapp 50 sind unversorgt geblieben. Firmen bilden nicht mehr über Bedarf aus, manche Unternehmen stellen nur noch Ausgebildete ein. Mit über 23 % Rückgang bei den Ausbildungsstellen nimmt Lemgo im Kreis Lippe 2003 eine negative Spitzenstellung ein. Ein Auftrag an die Politik sich einzusetzen, das kurzfristigen Denken bewusst zu machen, zumal schon in 5 Jahren ein Fachkräftemangel droht.

Thomas Jeckel, Leiter Netzwerk Lippe aus Detmold, berichtete über die Erfahrungen der „Leiharbeitsfirmen“, die als Personal Service Agenturen (PSA) bei den lippischen Arbeitsämtern in Detmold, Blomberg und Lemgo eingerichtet worden sind. Über 100 tariflich bezahlte Mitarbeiter werden an Betriebe „ausgeliehen“. Dabei kommt es immer wieder zu dem erwarteten „Klebeeffekt“, wenn sich die Leiharbeiter eingearbeitet und bewährt haben, werden sie von den „Entleihern“ auch übernommen.

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