Montag, 07.11.2005

Besuch beim Türkischen Arbeiterverein

Auf Einladung des Türkischen Arbeitervereins besuchte die SPD Fraktion den Vorstand und wurde von Hamza Turan, Ismail Aytekin und Landsleuten im Vereinshaus an der Echternstraße mit türkischem Tee empfangen.

Udo Golabeck berichtete über die Ziele und Ergebnisse der Kommunalpolitik aus der Sicht der SPD und stieß die Diskussion um Moschee, Deutschunterricht, Beerdigungen, Arbeitslosigkeit und Ausbildungsplatzmangel an. Mittlerweile hat der Großteil der Lemgoer Menschen mit türkischer Abstammung einen deutschen Pass. Seitdem Türken unter erleichterten Voraussetzungen den Antrag stellen können, haben mehrere hundert Menschen in der Alten Hansestadt davon Gebrauch gemacht. Dennoch spielen die Türkischen Vereine weiterhin eine große Rolle in der Landsmannschaft. Die Fußballclubs sind international geworden – neben Türken kicken auch Deutsche, Griechen und Jugoslawen in verschiedenen türkischen Kreisklassen-Teams. Die Zusammenarbeit mit den anderen Lemgoer Vereinen ist gut – auch über die Trainings- und Spielzeiten auf den städtischen Plätzen sind die Aktiven zufrieden. Ganz hervorragend ist die Arbeit im türkisch-deutschen Freundeskreis mit Schüleraustausch und Kulturprogramm.

Während in Bad Salzuflen und anderen OWL Städten die Planungen von Moscheen auf der Tagesordnung stehen, legen die Sprecher des Arbeitervereins eher Wert auf Schulen und mehr Sprachunterricht für Schulanfänger. Ein flammendes Plädoyer für eine eigene Moschee in Lemgo gab es ausdrücklich nicht. Ausdrücklich begrüßt wurde aber die Möglichkeit auf dem städtischen Friedhof nun auch nach moslemischer Tradition beerdigen zu können. Viele, die etliche Jahrzehnte in der Republik leben und sämtliche Kinder hier haben, möchten auch nach dem Tod bleiben.

Sorgen um Arbeitsplätze und Ausbildungsstellen für die Kinder spielen in der türkischen Landsmannschaft auch eine große Rolle. Während einige den Weg in die Selbstständigkeit gehen und die verschiedensten Geschäfte und Firmen gründen, leben andere in der Sorge um ein gesichertes Einkommen und hoffen auf wirtschaftliches Wachstum und einen entspannten Arbeitsmarkt. Natürlich wünscht man sich den EU-Beitritt der Türkei und hat wenig Verständnis für die häufig gemachten Vorbehalte.

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