Das aktuelle Interview mit C.-Chr. Petschick: Armut - auch in Lippe
Auch in Lemgo zeigen sich immer häufiger die Armutsrisiken - wenn man genau hinsieht. Die lippische SPD tut das. "Armut in Lippe" ist ein ganz zentrales Thema des Gesprächskreises der SPD mit der lippischen Landeskirche. Curt-Christian Petschick hatte deshalb am 19. Mai 2009 eine Podiumsdiskussion zum Thema "Kinderarmut in Lippe"im Gemeindehaus St. Nicolai organisiert.
Was können wir auch vor Ort tun?
Diese Frage diskutierten Dorothea Urban-Behrens (Deutscher Kinderschutzbund Lemgo), Dirk Becker MdB, Superintendent Michael Keil (Kirchengemeinde Barntrup) und Sven Neese (Arbeiterwohlfahrt Ostwestfalen-Lippe). Moderiert wurde die Podiumsdiskussion von Rüdiger Lang (Radio Lippe).
Wir interviewten Curt-Christian Petschick.
Redaktion: Curt-Christian Petschick, Armut - ist das auch in Lemgo ein zunehmendes Problem?
Curt-Christian Petschick: Ja natürlich, die Veranstaltung hat das deutlich gezeigt.Frau Urban-Behrens vom Kinderschutzbund und Sven Neese vom AWO-Stadtteiltreff Biesterberg berichten, dass Kinder häufig schlecht ernährt sind, auch ohne Pausenbrot in die Schule kommen oder das warme Mittagessen in den Ganztagseinrichtungen zunächst nicht finanzieren können. Deshalb muss es dort auch schon 50 Mittagessen geben, die von Spendern finanziert werden.
Frage: Was müsste vor Ort ergänzend geschehen?
Curt-Christian Petschick: Einiges an Initiativen läuft über die Kirchen, Kinderschutzbund und AWO. Aber es ist mehr nötig. Zum Beispiel könnte es noch mehr Patenschaften für Schulmaterialien geben. Oft sind Kinder und Jugendliche auch von Vereinsaktivitäten ausgeschlossen, entweder weil sie sich ihrer Armut schämen oder auch Sportkleidung und -geräte nicht bezahlen können. Fußballschuhe und Trainingsanzüge zum Beispiel sind ja nicht billig. Da ist auch die Sensibilität der Vereine gefragt. Gerade für Kinder aus schwierigen Verhältnissen ist die soziale Teilhabe enorm wichtig.
Frage: Was können in Lemgo die Ehrenamtlichen tun?
Curt-Christian Petschick: Zunächst einmal gilt der Dank allen, die sich ehrenamtlich in diesem Bereich engagieren. Es gibt viel Bereitschaft und auch schon konkretes Handeln, wenn ich zum Beispiel an die ehrenamtlichen Helfer der "Tafel" denke. Aber städtisches Handeln kann dadurch nicht ersetzt werden. Die Stadt ist und bleibt dabei in der Verantwortung, insbesondere gegenüber den Kindern und Jugendlichen.
Vielen Dank für das Interview.