Die SENNE – so nah
Welchen Einfluss kann ein Nationalpark für Lemgo haben?
Zu einem interessanten Abend konnte der SPD- Ortsverein Lemgo kürzlich Frau Dr. Ute Röder, Vorstandsvorsitzende des 1998 gegründeten Fördervereins Nationalpark Senne e.V. begrüßen.
In ihrem Vortrag stellte sie den zahlreichen Freunden und Gästen der SPD- Lemgo die Senne als schützenwertes Stück Natur dar. Bilderreich zeigte sie ein einzigartigen Lebensraum für 5000 Arten in Flora und Fauna ( wovon 1000 auf der „roten Liste“ stehen ) mit Heideflächen, Fließgewässer, Auewälder und vieler Naturschönheiten auf.
Der Landtag von NRW hat wegen der Einzigartigkeit der Senne 1991 beschlossen, dort nach Beendigung der militärischen Nutzung, einen Nationalpark einzurichten. ein Beschluss zur Prüfung, ob die Senne auch schon während der militärischen Nutzung Nationalpark werden kann und inwieweit auch Waldflächen der Egge miteinbezogen werden können folgte im April diesen Jahres. Schließlich fordere die EU die Umsetzung der NATURA 2000 und die Ausweisung eines Netzes von Flora-Fauna-Habitat-Gebieten (FFH) in kürzester Zeit. So musste auch das Land Nordrhein-Westfalen bis zum Jahre 2004 die von der Europäischen Union bestätigten FFH-Gebiete durch Schutzgebietsverordnungen sichern.
Auch die Senne wurde in diesem Zuge als FFH-Gebiet ausgewiesen und von der Europäischen Union anerkannt. Sie wartet nur noch darauf, jetzt auch durch deutsches Gesetz (sprich Schutzgebietsausweisung) geschützt zu werden.
Es gilt die Natur- und Kulturlandschaft der Senneregion und ggf. des Eggegebirges durch den Nationalpark dauerhaft zu schützen und den Menschen das Naturerlebnis weiterhin zu ermöglichen.
Frau Dr. Röder beschrieb zahlreiche Möglichkeiten, die positive Auswirkungen auf die wirtschaftliche Zukunft der angrenzenden Gemeinden und der ganzen Region (Tourismus, Gesundheits- und Wellness- Region, Regionalvermarktung und vieles mehr) haben werden.
Der Nationalpark muss zu einem Kernstück der regionalen Entwicklungsplanung werden.
Im Anschluß an ihren Vortrag stellte sich die Vorstandsvorsitzende den zahlreichen Fragen der Anwesenden Zuhörer. Hier wurden dann im Schwerpunkt wirtschaftliche Fragen gestellt und von der Vorsitzenden des Fördervereins sachlich und fachlich fundiert beantwortet. Lippe ist ja heute noch ein holzverarbeitender Standort. Jedoch konnte Frau Dr. Ute Röder auch hier beruhigen, nach heutigem Stand wären 35000 FM Holz nicht mehr nutzbar bei z.Zt. ca. 135000 FM Holz welches nicht verkauft werden kann.
Auch hat die Tourismusindustrie festgestellt, dass der durchschnittliche Bundesbürger mehr Kurzurlaube macht (3-4 Tage). An diesen Tagen plant er einen Tag Kultur, einen Tag Natur und einen Tag Sehenswürdigkeiten in der Umgebung ein. Dies ist bei einem Einzugsgebiet von 200 Km nicht nur für einen Nationalpark positiv sondern auch für alle umliegenden Gemeinden und somit auch für Lemgo.
Nach einem kurzweiligen Abend blieb den Vorsitzenden des SPD- Ortsvereins Christian Woelk nur noch sich bei Frau Dr. Ute Röder für ihren engagierten Vortrag zu bedanken.


