Jürgen Berghahn zu Gast
Zu einer umfassenden und detaillierten Wahlanalyse zur letzten Landtagswahl konnte der Ortsvereinsvorsitzende Marcus Graeve wieder einmal zahlreiche Sozialdemokraten im Roten Band der Gastlichkeit begrüßen. Neben dem Auswerten der Zahlen für jeden Wahlkreis, konnte bei dieser Gelegenheit auch dem anwesenden, frisch gewählten Landtagsabgeordneten Jürgen Berghahn zu seinem deutlichen Ergebnis und seinem direkten Einzug in den Landtag gratuliert werden.
In seinen Ausführungen und der Unterstützung durch zahlreiche Grafiken, ging Marcus Graeve im Anschluss auf die einzelnen Fakten der Wahl ein. Dabei wurden die Ergebnisse von Landesebene bis auf die Wahlbezirke im Wahlkreis II herunter gebrochen. Erstmalig wurden bei dieser Landtagswahl auch die Kandidaten/Innen mit Erst- und die Parteien mit Zweitstimme gewählt.
Trotz der insgesamt geringeren Wahlbeteiligung kann die Lemgoer SPD stolz auf das erzielte Ergebnis sein. In fast allen Lemgoer Wahlkreisen konnte die SPD die besten Ergebnisse einfahren. Bei den Erststimmen konnte Jürgen Berghahn insgesamt einen Vorsprung von 4,6 % auf Walter Kern erreichen. Bei den Zweitstimmen kam die SPD auf 39,6 % und landete somit 8,8 % vor der CDU. Diese deutlichen Ergebnisse überraschten bei der Wahlanalyse dann schon. Schließlich galt es besonders in Lemgo gegen Walter Kern zu punkten. Aber auch in den anderen Wahlbezirken des Wahlkreises lag Jürgen Berghahn deutlich vor seinem Konkurrenten und konnte so sein Mandat für den Landtag direkt gewinnen.
Allerdings gab es auch Wermutstropfen, neben der geringen Wahlbeteiligung fiel das Ergebnis der SPD in Lemgo um 1,3 % schlechter aus als bei der letzten Landtagswahl. Somit gilt es auch als Aufgabe für die Zukunft, die Wählerinnen und Wähler von der Politik der SPD zu überzeugen. Gerade in diesem Wahlkampf wurden auch die Unterschiede der beiden großen Volksparteien deutlich. Sei es bei der Haushaltspolitik, bei Umwelt oder Bildungspolitik, bis hin zur Sozialpolitik und der daraus möglichen Verhinderung einer Kopfpauschale im Gesundheitswesen.
Nach den informativen Zahlen und Fakten wurde natürlich Jürgen Berghahn auch aufgefordert etwas zur aktuellen politischen Entwicklung in Düsseldorf zu sagen. In seinen Ausführungen bedauerte er es zutiefst dass es für eine Rot- grüne Mehrheit nicht gereicht hat. Zu den aktuell anstehenden Sondierungsgesprächen über die Bildung einer großen Koalition konnte er allerdings auch noch keine Prognose abgeben. Die Unterschiede in ihren Wahlprogrammen seien sehr groß und man muss jetzt versuchen eine möglichst große Schnittmenge hinzubekommen. Erst wenn hier Erfolge erzielt würden, mache es auch Sinn über Personalien zu sprechen. Das diese Konstellation nicht die Attraktivste ist, dass wäre der gesamten Landtagsfraktion bewusst, allerdings haben die Wähler mit ihrer Stimmabgabe den demokratischen Parteien einen Auftrag gegeben. Jetzt gilt es auszuloten was geht und was nicht. Das sich die FDP selbst Sondierungsgesprächen von vorneherein verschließt, bedauerte er an diesem Abend noch einmal besonders.
Für sich selbst sieht er seine Zukunft in einer aktiven Arbeit im Wahlkreis und als Ansprechpartner für die Menschen in Lippe. In der Hoffnung, dass ihm dies so gut gelingt wie sein Wahlkampf, überreichte ihm Marcus Graeve eine Flasche Rotwein, in der Hoffnung er möge trotzdem in Zukunft genug Zeit und Muße finden, diesen Wein auch genießen zu können.