Kinder vom Biesterberg müssen stärker gefördert werden…
angesichts der aktuellen Debatte über das Kinderbildungsgesetz und die Sorgen der Erzieherinnen in unseren Kindergärten, besuchte die SPD Fraktion den Kindergarten „Wilde Wiese“ am Biesterberg Lemgo und unterhielt sich mit der Leiterin Frau Meßling, sowie Sven Neese vom Stadtteiltreff über die soziale Situation am Biesterberg.
Das Photo zeigt Frau Erika Meßling im Gespräch mit den Fraktionsmitgliedern.
Ungeschönt schilderten Erika Meßling, Leiterin im Kindergarten Wilde Wiese, und Sven Neese, Chef im Stadteiltreff, die harte Realität am Biesterberg. Im Kindergarten „Wilde Wiese“ sind die Schützlinge zu 75 % aus Ausländer- und Aussiedlerfamilien; jedem fünften Kind fehlt der Vater, denn viele Mütter sind alleinerziehend. Viele der über 100 Kinder sprechen wenig, einige gar kein Deutsch. Ihre Eltern sind häufig aus bildungsfernen Schichten und können dem Nachwuchs oft einfachste Regeln und Begriffe nicht vermitteln. Diese Realität in diesem Stadtteil fordert ein hohes soziales Engangement, sowohl im Kindergarten, als auch im Stadtteiltreff Biesterberg.
Die Erzieherinnen sind bei der Sprachförderung der Kleinen, aber auch bei der Beratung der Eltern gefordert. Spätestens seit PISA weiß jeder, dass Armut und Bildung eng zusammen hängen. Frühförderung der kleinen Besucher genießt deshalb in den Einrichtungen am Biesterberg oberste Priorität. Gerade hier oben sind Kindergartenplätze besonders wichtig, um sozial schwachen Kindern eine Chancengleichheit zu geben. Mitgliedschaften in Vereinen, eigentlich typisch deutsch, sind hier oben ganz selten – auch hier muß der Kindergarten das Zusammensein in Gruppen trainieren. Kindergartenleiterin Erika Messling berichtete auch über schwierige Probleme aus der Stadtteilkonferenz mit Jugendamt, Polizei und Grundschullehrern. Die Verknüpfung der Erkenntnisse und die Absstimmung der Hilfen sind wichtig. Insoweit bedauerte sie auch, dass ihr Hort bei der Auswahl zum Familienzentrum trotz schwierigster Bedingungen nicht berücksichtigt worden ist – hofft aber mit der nächsten Bewerbung im kommenden Jahr Berücksichtigung zu finden. Angesichts der deutlichen Probleme sagten die SPD-Ratsmitglieder ihre Unterstützung zu. Bei vielen Problemen gibt es aber auch erfreuliche Botschaften. Es gibt Zuschüsse einer bekannten Krankenkasse für das Projekt „gesundes Essen“ (Obst und Gemüse statt Hamburger und Cola), sowie von einem Verlag für Fortbildungsmaterial. Beim neuen Kinderbildungsgesetz hoffen die Erzieherinnen auf Nachbesserungen in Düsseldorf, sonst müssen Leistungen und Personal trotz allem reduziert werden.
Udo Golabeck: „Wenn man die echten Probleme so hautnah sieht und hört, muß man einfach helfen! Dort wo viele Hartz-IV Empfänger wohnen und die Einkommen besonders gering sind, dürfen die Kinder nicht Leidtragende bis in die zweite oder dritte Generation werden! Die SPD Fraktion wird weitere Förderung im Rat einfordern!“


