Montag, 19.12.2005

Lemgo 2020 - Visionen und Ziele

An den Bürgermeister Herrn Dr. Austermann,
und die Fraktionvorsitzenden im Rat der Alten Hansestadt Lemgo

Lemgo, den 19. Oktober 2005

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Dr. Austermann,

die SPD begrüsst ausdrücklich, dass Sie zu einer Sondersitzung „Gestaltung des öffentlichen Raums“ einladen und damit eine dringend nötige Zukunftsplanung für die Alte Hansestadt Lemgo einleiten!
Unsere Fraktion beschäftigt sich seit Wochen mit dem Thema „Lemgo 2020 – Visionen und Ziele“ und bringt die bisherigen Arbeitsergebnisse frühzeitig mit ein, damit sie von der Verwaltung zur Vorbereitung der Sitzung in 2 Monaten berücksichtigt werden können.

Veränderungsprozesse als Ausgangslage…………
Uns allen sind der Geburtenrückgang und die starke Alterung in Lemgo als demografische Entwicklung bekannt; genauso die kommunale Finanznot, die sich auch mittelfristig nicht auflösen wird. Langfristige Kaufkraftveränderung, (Jugend)-Arbeitslosigkeit, Wohlstandsverlust, Segration, Mobilität und lebenslanges Lernen wirken sich ganz erheblich auf unser Gemeinwesen aus. Diese langfristigen Trends zwingen alle Kommunen alte Bahnen zu verlassen und Neues zu wagen. Medienberichte über Aktivitäten in den Nachbarstädten zeigen, dass der Wettbewerb der Kommunen bereits vor geraumer Zeit begonnen hat. Rat und Verwaltung sind gut beraten Qualifikation und Engagement aller Interessierten einzubeziehen: der Bürger muss stärker mit ins Boot, er muss mitreden, aber auch mitentscheiden und mitfinanzieren können.

Handlungsfelder

1. Innenstadtentwicklung:
Neue Funktion der Innenstadt seitdem Märkte auf der grünen Wiese entstehen; Wohnen in der Innenstadt; Studentenwohnungen; Parken; Wasser, Grün, Bänke, Lampen und Pflaster in der Fußgängerzone; Fußgängerzone verkleinern; übergreifendes Kulturkonzept; Anbindung Kondor-Gelände; Bauleitplanung;

2. Familienfreundlichkeit:
Bündnisse für Familien; Kinder früher stützen; u 3; Musikschule; Familienpass für Bus, Bad, Bücherei, Museen u.a.; Stadtbus in allen Ortsteilen; Vereinslandschaft stützen;

3. Bildung:
Vielfalt und Qualität der Schullandschaft Lemgo für Nordlippe; Selbstständige Schule; Erwachsenenbildung/lebenslanges Lernen u.a. in VHS, Museen, Archiv, Bücherei, FHS; Ganztagsschulen;

4. Kommunale Wirtschaftspolitik:
Vermarktung der Stadt aus einer Hand; Bestandspflege; eine unternehmer-freundliche Anlaufstelle; Wissenstransfer aus der FHS; Ausgründungen FHS; Überplanung Sanierungsgebiet An der Bega/Grevenmarsch; Standortqualität;

5. Interkommunale Zusammenarbeit:
Netzwerke für Schulen, Verwaltungen, Städtische Betriebe; PPP Modelle; Tourismus;

6. e-government und e-democracy:
RIS; Hotline Rathaus; Forum; Formulare; Fraktions-Netzwerke; IKL im Netz;

7. Seniorenpolitik:
Altengerechte Wohnungen; gemeinsam statt einsam - WG statt Heim; Hilfe zur Selbsthilfe; Treffs; Pflege und Hilfe; Gesundheitsversorgung; Klinikerhalt;

8. Ehrenamt:
Zuschauer zu Gestaltern; Bürgerorientierung und –beteiligung; aktivierende Stadt; Bürgertreff als Vernetzungszentrale; Stiftungen; Jugendpartizipation; Anerkennungskultur;

9. Arbeitsmarkt:
Pers. Engagement für mehr Lehrstellen; Jugendarbeitslosigkeit;

10. Integration/Segration:
Sozialer Zusammenhalt; Biesterberg-Treff; JZ; Neubürgerempfang;

11. Fraktionen:
Politiker qualifizieren und Nachwuchs fördern; Externe Moderation;

Gesamtkonzept
Zu den einzelnen Handlungsfeldern sollten Einzelpläne erst entwickelt werden, nachdem die übergreifenden Ziele (z.B. Wohnen in der Innenstadt) festgelegt sind; anschließend könnte ein Masterplan für Lemgo, vergleichbar einem 1999 vorgestelltem Gesamtkonzept, entstehen. Wichtig ist eine breite Beteiligung an der Zielbildung, um eine größtmögliche Identifizierung zu erreichen. Ziele sind wichtig, denn wer nicht weiss wo er hin will, muss sich nicht wundern, wenn er nicht ankommt.
Soweit die Stichworte nicht für sich sprechen, stehe ich gern für Nachfragen bereit.

Udo Golabeck
Fraktionsvorsitzender

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Jürgen Berghahn
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