Marcus Graeve nimmt für den SPD Ortsverein Lemgo Stellung zu den Plänen am Jahnplatz
Der SPD Ortsverein Lemgo unterstützt jede Entscheidung die der Vorstand und der Verein des TBV Lemgo im Rahmen einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 29.10.2010 fallen wird.
Der Vorsitzende des Ortsvereins Marcus Graeve weist in einer Stellungnahme für den Ortsvereins darauf hin, dass er volles Vertrauen in die Vereinsführung des TBV Lemgo und seiner Gremien hat und diese sicherlich aufgrund Ihrer Erfahrung und ihrer Verantwortung die beste Möglichkeit abwägen und entscheiden werden. Denn auch der Vorstand und die Mitglieder des Vereins kommen nicht umhin, die Fakten einer drohenden Einschränkung auf dem Vereinsgelände sowie daraus resultierende Auflagen genau abzuwägen und darauf basierend ihre Empfehlung für die Mitglieder abzugeben. Jedoch ist nach Ansicht der Lemgoer SPD hier auch federführend die städtische Verwaltung gefordert dem Verein ein zustimmungsfähiges Gesamtkonzept vorzulegen.
Bisher hat sich die Lemgoer SPD natürlich im gesamten Procedere neutral verhalten und völlig aus der Meinungsfindung der Vereinsführung herausgehalten und dies werden wir auch weiter tun. Jedoch wurde dem Vereinsvorstand bereits im Vorfeld mehrmals und deutlich signalisiert das man jede Entscheidung des Vereins respektieren und unterstützen werde. Wenn sich der Verein nun mehrheitlich gegen den Vorschlag der Stadt Lemgo ausspricht , dann steht die Lemgoer SPD weiter, ohne Wenn und Aber, hinter dem Verein und dieser dann getroffenen Entscheidung.
Es muss aber auch erlaubt sein alle Eventualitäten vorher anzusprechen und zu diskutieren.
Welche Antwort gibt es , sollte der Anwohner des Sportplatzes mit seiner Klage (basierend auf ein erstelltes Lärmgutachten welches dem Verein und der Stadt vorliegt) vor dem Verwaltungsgericht in Minden gewinnen. Dann wird es sicherlich schwer für die Vereinsführung, den weiteren Spielbetrieb auf dem heimischen Jahnplatz überhaupt sicherzustellen. Zumal mit einem Urteil zugunsten des Klägers noch weitere Einschränkungen auferlegt werden könnten, aktuell sind die Trainingsmöglichkeiten bereits eingeschränkt.
Die weiteren Aussichten nach so einem Urteil sind ebenfalls jetzt durch den Verein mit der städtischen Verwaltung ausgiebig zu diskutieren.
Der Lemgoer SPD- Ortsverein befürchtet das eine Sanierung der jetzigen Kunstrasenfläche, bei einer dann noch weiter beschränkten Nutzungsmöglichkeit, aufgrund der knappen Haushaltslage, den Lemgoer Bürgerinnen und Bürgern und auch den anderen Fußballvereinen Lemgos nur schwer zu vermitteln sein wird.
Auch wenn es völlig unverständlich und für einen "normal empfindenden Sportfreund und Bürger " nicht nachvollziehbar ist, dass ein Trainingsgelände welches über 70 Jahre besteht, nun durch einzelne Anwohner in Frage gestellt wird und man auch volles Verständnis für die Anliegen des Vereins hat; an dann gefasste Rechtsurteile werden nicht nur Anwohner sondern auch die Stadt und die Kommunalpolitik gebunden sein.
Hoffen wir für den Verein das es die Vereinsführung und seine Mitglieder die richtige Entscheidung treffen mögen und das dass Verwaltungsgericht Minden in dieser Sache für den Sport, dem Ehrenamt und die Sportler und gegen die Beschwerden eines Anwohners entscheidet.
Erklärender Zusatz zur Gesamtgemengelage:
Der jetzt (auch emotional) vieldiskutierte Vorschlag der dem Verein seitens der Verwaltung der Stadt Lemgo unterbreitet wurde (Umzug des Vereins nach Lemgo-West mit Neubau eines Vereinshauses und eines Kunstrasenfeldes), ist bisher weder in einem Gremium des Rates der Alten Hansestadt Lemgo als Beschlussvorschlag abgestimmt worden oder als "letztes Wort" gedacht gewesen! Lediglich sollte nach unserem Wissen der Vereinsführung ein möglicher zukunftsorientierter Lösungsansatz unterbreitet werden und in keinster Weise der "Rauswurf" des Lemgoer Traditionsvereins aus der Kernstadt.
Die Gunst der Stunde, dass jetzt gerade ein Investor eine größere Immobilienfläche für ein Elektrofachmarkt sucht und die Stadt ein Streitverfahren über Lärmschutz eines Anwohners des Jahnplatzes vor dem Verwaltungsgericht Minden bestreitet, könnte für eine solche Lösung sprechen. Für die Lemgoer SPD- Ratsmannschaft brachte der Fraktionsvorsitzende Udo Golabeck es auf den Punkt, zu einer daraus vielleicht entstehenden "Win-win-Situation" für den Verein und die Stadt mit ihren interessierten Investor.
Die Stadt könnte das Geländejetzt verkaufen und mit dem Geld den Ausbau und Sanierung der West-Alm einschl. Bau eines neuen Kunstrasenplatzes und eines Sporthauses finanzieren. Der Verein hätte einen zukunftsfähigen und zukunftssicheren Standort auf modernsten Niveau.
Die nun vorgebrachten Bedenken der Vereinsführung (schlechte Erreichbarkeit der West-Alm für die Kinder und Jugendlichen, mit Yunus Lemgo und dem SC-Lemgo West zu viele Mannschaften auf dem Areal, Parkplatzsituation etc. ) und seiner Mitglieder sind jedoch ebenfalls völlig nachvollziehbar.
Hier muss aber die Verwaltung ein Gesamtkonzept vorlegen, welches auch den Wünschen des Vereins Rechnung trägt und darlegt ob es überhaupt machbar ist diesen Traditionsverein vom Jahnplatz ausweichen zu lassen. Viele Fragen sind hier durch die Verwaltung in Zusammenarbeit mit dem Verein dringend zu klären.
Eine weitere ins Spiel gebrachte Variante, die Verlegung des Spielbetriebs zum Vogelsang muss aber bereits jetzt schon als schwer realisierbar betrachtet werden. Gerade dieser Platz hat dann in seiner direkten angrenzenden Umgebung mehr Anwohner wie der jetzige Jahnplatz in einem 200 m Radius. Weiter erschwert die Lage des ehemaligen englischen Sportplatzes das mindestens an seiner Süd- und Ostseite reine Wohngebiete angrenzen. Hier einen erforderlichen Schallschutz herzustellen, der der heutigen und zu erwartenden zukünftigen Rechtsprechung genüge tut, müsste vorab gutachterlich geprüft werden.


