Mord und Totschlag statt Politik
100 Gäste begüßte Rolf Morgenthal als SPD-Vorsitzender zum Jahresempfang im Lichtforum Zumtobel Staff am Freitagabend. Neben Käse und Wein war der Höhepunkt des Abends nicht die Politik, sondern die Lesung des Schriftstellers Norbert Horst aus Bünde.
Der Autor, Norbert Horst, stammt aus Bünde, ist ein waschechter Kriminalhauptkommissar und arbeitet im Polizeipräsidium Bielefeld. Die Medien bezeichnen ihn als das hoffnungsvollste Talent der Deutschen Krimiszene. 2004 erhielt er für den Roman „Leichensachen“ den Friedrich-Glauser-Preis als bester Nachwuchs-Autor; 2006 wurde er mit dem Deutschen Krimi Preis für sein Buch „Todesmuster“ ausgezeichnet. Seine Bücher werden mittlerweile auch in Fremdsprachen übersetzt und im Ausland verkauft.
Freitagabend las der Gast aus seinem neuen Roman „Blutskizzen“ und erzählt zwischendurch immer wieder Hintergründe und Zusammenhänge aus der Alltagsarbeit bei der Kripo. Seine besondere Note ist die Realitätsnähe zur polizeilichen Praxis.
Im Dialog mit Udo Golabeck diskutierte der Schriftsteller, ob Krimis überhaupt richtige Literatur sind und ob realitätsnahe Texte von der Leserschaft angenommen werden. Dazu erzählte der Kripo-Mann aus seiner Arbeit in Mord-Kommissionen und aus seinem Familienleben mit Frau und zwei Kindern. Offenbar kam das Persönliche auch an, denn die Zuhörer geizten nicht Applaus und kauften reichlich vom Autor signierte Romane, die von der Buchhandlung Weege zur Verfügung standen.
Ina Meise Laukamp sprach die Schlußworte und würdigte die ganz andere Parteiveranstaltung in einer Zeit der Politikverdrossenheit. Dabei erklärte sie noch einmal ausdrücklich, dass sie, allen Gerüchten zum Trotz, nicht als Bürgermeister-Kandidatin bei der nächsten Kommunalwahl zur Verfügung steht!


