Montag, 07.11.2005

Nichts über uns ohne uns….

…so lautet die erste Forderung aus zwei Behindertenkonferenzen in der Alten Hansestadt.

Während sich der Sozialausschuss von der guten Arbeit der Verwaltung überzeugen konnte, die viele „Stolpersteine“ aus einer langen Liste von Problemen (s. a. Artikel „Lemgo barrierefrei“ im Archiv) bereits beiseite räumte, fand eine weitere Forderung bisher kein Gehör.

Der Wunsch der Behinderten, selbst über einen Behindertenbeirat in die Entscheidungsprozesse eingebunden zu werden, möchte die CDU derweil nicht erfüllen. Sie lehnt weitere Gremien in der Alten Hansestadt ab.

Die SPD Lemgo ist fest entschlossen, das Thema Behindertenbeirat in einem Jahr erneut auf die Tagesordnung zu setzen – in der Überzeugung, nach der Kommunalwahl 2004 endlich eine Mehrheit für diesen nachvollziehbaren Wunsch zu finden.

Neben baulichen Veränderungen und Einbeziehung der Betroffenen selbst ist der Abbau von Barrieren in den Köpfen extrem wichtig, so zum Beispiel die Verringerung von Vorbehalten und Gedankenlosigkeit. Der Sozialausschuss wird sich mit dem Thema daher weiter beschäftigen.

1.000 Lemgoer Seniorenhaushalte bekommen derzeit Post vom Sozialausschuss. Verschickt wird ein Fragebogen zu den Themen Freizeit, Wohnen, Geschäfte, Kultur und Mobilität. Aus den Antworten erhoffen sich die Mitglieder des Ausschusses Aufschlüsse über die Zukunftswünsche der Senioren. Immerhin ist bereits heute jeder 5. Lemgoer älter als 65 Jahre, die Tendenz ist steigend. Die Stadtplanung muss sich in allen Bereichen auf die Entwicklung „deutlich weniger Kinder und Jugendliche und deutlich mehr Senioren“ einstellen.

Eine erste Erleichterung für das Sozialamt bringen die Hartz-Gesetze. Zukünftig brauchen für Sozialhilfeempfänger und Asylbewerber keine Behandlungsscheine mehr ausgestellt werden. Sie erhalten Chipkarten der Krankenkassen, können so den Arzt direkt aufsuchen, ohne vorher erst in das Sozialamt zu kommen.

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