Dienstag, 25.08.2009

Podiumsdiskussion: Udo Golabeck gut abgeschnitten

Am Montag, den 24. August saßen sich in der Karla-Raveh-Schule die vier Lemgoer Bürgermeisterkandidaten in einer Podiumsdiskussion gegenüber. Die Aula der Schule war ausverkauft, es mussten sogar Interessierte abgewiesen werden. Den größten Beifall des Abends erhielt Udo Golabeck mit seiner Forderung, die "freie Wallfahrt" zu verändern.

Moderiert wurde die Vorstellung und Diskussion von Thorsten Wagner (Radio Lippe) und Thomas Reineke (Lipp. Landeszeitung). Der noch amtierende Bürgermeister Rainer Austermann versuchte immer wieder ein "Weiter-so" herauszustellen - egal um welche Probleme es ging. Er verwies mehrfach darauf, dass 90 Prozent der Beschlüsse in den Ratsgremien einstimmig beschlossen worden seien. Deshalb wollte er am Ende sogar SPD-Vorschläge, zum Beispiel zur Marktplatzgestaltung, als unzulässig hinstellen.

Bei den "Bürgern für Lemgo" mit Wolfgang Siewecke bemerkte man doch sehr deutlich die fehlenden Informationen, so dass nie etwas Konkretes zu hören war. Es hieß nur, wir entscheiden von Fall zu Fall, wir wissen noch nicht genau, wir legen uns nicht fest, aber wir wollen vieles anders machen.

Natürlich musste auch der GRÜNEN-Kandidat Dr. Burkhard Pohl immer mal wieder lavieren, wenn er das Bündnis mit der CDU in der jetzigen Legislaturperiode nicht kritisieren wollte, andererseits aber auf Zustimmung zu grünen Zentralthemen hoffte.

Immerhin gab es Berührungspunkte zwischen SPD und GRÜNEN in der Absicht, die Bürgerinnen und Bürger stärker in die Diskussionsprozesse einzubeziehen Burkhard Pohl schlug z.B. Initiativen für ein Jugendparlament vor. Im Zusammenhang mit einer Zuschauerfrage nach der Einbeziehung junger Leute setzte Udo Golabeck in starkem Maße auf die vielen und vielfältigen Angebote der Vereine. "Vereine mit Jugendarbeit müssen gezielt unterstützt werden."

Bei der Frage nach dem riesigen Schuldenstand und dem Schuldenabbau blieben die Antworten eher im Vagen, nur Udo Golabek forderte klipp und klar die Umsetzung der Fach-Empfehlungen des kommunalen Rechnungsamtes. Zustimmung fand der erst jetzt in der Not gestartete Versuch mit Detmold in der Verwaltung zusammenzuarbeiten.

Beim Reizthema Nordumgehung sind die GRÜNEN gegen die Fortsetzung der Planung und den Bau, die anderen Kandidaten befürworten dies in der Hoffnung auf Verkehrsentlastung in der Stadt.

Auch in der Frage der Stadtentwicklung waren deutliche Unterschiede zu erkennen. Dr. Austermann wies immer wieder auf diverse Schwierigkeiten für Verwaltungshandeln hin, ohne überhaupt Schwerpunkte herauszustellen oder über neue Wege nachzudenken. Udo Golabeck forderte auch mal einen Blick über den Gartenzaum, um die Erlebnisqualität in der Innenstadt zu steigern. Als positives Beispiel nannte er Rinteln mit der Marktplatzgestaltung und - als Folge - inzwischen mit sechs gastronomischen Betrieben dort. Dennoch seien an Sommerabenden oft dort nur schwer Plätze zu finde. "Warum nicht auch in Lemgo den Marktplatz mit mehr Fantasie gestalten?" fragte er. Zumal dort ein historischer Brunnen vorhanden sei.

Den Schilderungen von Moderator Thorsten Wagner, dass er bei einem Einkaufsbummel durch Lemgo manche Angebote häufig gefunden habe, dafür aber andere garnicht, konnte nicht wirklich widersprochen werden. Zur Verbesserung der Erlebnisqualität in der Innenstadt sei in den letzten Jahren nichts passiert. Einig waren sich alle in der Absicht, die Studenten stärker in die Stadt zu integrieren. Wenn man von Udo Golabecks Vorschläge absieht, blieb auch dabei vieles im Dunkeln.

In der Publikumsrunde wurde von Betroffenen auf die Entwicklungen bei St.Loyen hingewiesen. Mit der Bildung einer Dienstleistungsgesellschaft und der Suche nach einem externen Partner bestehe die Gefahr der Schlechterstellung der Bediensteten. Dr.Austermann erregte sich zwar etwas mit der Äußerung "alles Quatsch", blieb aber auf Nachfrage des Moderators, ob er zukünftige Entlassungen verneinen könne, eine Antwort schuldig.

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