SPD entsetzt über Kostenexplosion freie Wallfahrt
Erhebliche Mehrkosten kommen auf die hochverschuldete Stadt Lemgo für die "Freie Wallfahrt" zu. Auf Nachfrage der SPD bestätigte das Tiefbauamt, dass man anstelle der veranschlagten 69 000 Euro mittlerweile schon bei 85 000 Euro Kosten sei.
Noch liegen aber nicht alle Rechnungen vor, denn Einiges ist an dem neuen Bauwerk schon wieder zu reparieren. An der Aufpflasterung am Slavertor setzten PKW mit der Bodenwanne auf, sodass zunächst eine Rampe aus Asphalt nachgebessert wurde. Das reicht aber nicht. Die Straße wird erneut gesperrt, die frisch gesetzten Profilsteine aus Betonsteinen werden wieder ausgebaut und durch eine Asphalt-Rampe ersetzt.
Ein ähnliches Desaster bietet sich an der Leopoldstraße: Der Straßenaufbau passte erst im zweiten Anlauf, der erste Ausbau wurde überbaut. Mit den Betonsteinen wirkt er wie ein Staudamm quer zur Leopoldstraße und große Pfützen entstanden bei Regen. Die Gullys für Abläufe waren vergessen worden und wurden nachträglich eingebaut. Ebenso mußte der Wall, anders als ausgeschrieben, tief ausgekoffert und aufwendiger als gedacht befestigt werden.
Neben dem negativen Schild, rot weißes Dreieck "Vorfahrt achten" auf der Leopoldstraße fehlt auf dem Wall noch das dazugehörige positive Schild, die gelb weiße Raute "Vorfahrt" für die Radler und ein Hinweisschild auf die Bodenwelle für die Autofahrer. Inwieweit auf den eingebauten Betonsteinen, die bei Temperaturen um 0 Grad und Nässe bekanntlich schneller überfrieren als der weiterführende Asphalt, im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht ein besonderer Winterdienst erforderlich ist, muß geprüft werden.
Udo Golabeck, SPD Fraktionsvorsitzender, thematisierte die Planungsfehler am Mittwochabend im Verkehrsausschuss und sah sich nach der Antwort aus dem Tiefbauamt bestätigt. "Die SPD Fraktion kann nicht verstehen, dass angesichts der ständig ins Feld geführten knappen Finanzen und den aktuellen CDU-Anträgen zum grundsätzlich alle Möglichkeiten der Kosteneinsparung zu nutzen, dieser Sparwille bei der freien Wallfahrt keine Rolle spielt. Die Wallquerung kostet nach vorsichtiger Schätzung etwa 100 000 € anstelle der geplanten 69 000 €! Höchst ärgerlich!"
Zum eingefügten Photo:
Die SPD Fraktion im Bild besuchte am heutigen Donnerstag die andauernde Baustelle Wallquerung Leopoldstraße und Slavertor und überzeugte sich vor Ort von dem Pfusch am Bau.

