Sonntag, 02.04.2006

Stadtentwicklungskonzept

An den Bürgermeister Herrn Dr. Austermann, an die Fraktionsvorsitzenden von Bündnis 90/ Die Grünen, CDU und FDP.

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Dr. Austermann,
wir bitten Sie folgende Anträge, nach Vorberatung im Stadtentwicklungsausschuss und im Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Verkehr, sowie im Haupt- und Finanzausschuss, abschliessend im Rat beraten zu lassen:

Anträge:

1. Die Verwaltung wird beauftragt einen städtebaulichen Wettbewerb vorzubereiten, der ein Gesamtkonzept für die weitere Entwicklung der Innenstadt und dabei insbesondere die Entwicklung der Fußgängerzone zum Ziel hat. Ein Auslobungstext ist bis zum Herbst 06 vorzulegen.

2. Der Entwurf ist mit dem Land NRW abzustimmen, damit er möglichst als Modellvorhaben gefördert werden kann.

Begründung:

Die Sanierung der historischen Lemgoer Innenstadt ist vor mehr als 30 Jahren begonnen worden. Sie ist in Abstimmung mit Bund und Land vor Inkrafttreten des Städtebauförderungsgesetzes als Modellvorhaben gefördert worden. Entstanden ist eine hochattraktive Innenstadt mit interessanten Geschäften und einem hohen Wohnwert.

Inzwischen sind mehr als 30 Jahre vergangen. Die Fußgängerzone befindet sich optisch, aber
auch baulich, nicht mehr in einem guten Zustand. Die Möblierung entspricht nicht mehr den
heutigen Ansprüchen. Durch den Ausbau der Märkte vor den Toren der Stadt und durch das
Dienstleistungszentrum an der Lageschen Straße sind Konkurrenzsituationen entstanden, die
zu grundsätzlichen Überlegungen zwingen. Man geht zwar immer noch gern in der Altstadt
spazieren, die Einkaufsituation hat sich aber dramatisch verschlechtert.

Es ist aus der Sicht der SPD-Fraktion problematisch, durch eine Vielzahl von ad hoc Ent-
scheidungen Verbesserungen anzustreben. So wichtig solche Einzelmaßnahmen auch sind, so besteht doch die Gefahr, dass letztlich ein Sammelsurium entsteht und die Gesamtwirkung
leidet.

Wir brauchen Ideen von außen und wir brauchen die Unterstützung des Landes. Nur wenn wir
selbst etwas vorbereiten und es mit dem Land abstimmen, haben wir eine Chance. Rat und
Verwaltung sind nach Auffassung der SPD-Fraktion überfordert, selbst ein solches Konzept
zu entwickeln. Sache des Rates ist es vielmehr, nach einem Wettbewerb über Alternativen zu
entscheiden! Lemgo muss in der Stadtentwicklungspolitik in die Offensive kommen.

Dafür brauchen im Jahre 2006 noch keine Haushaltsmittel zur Verfügung gestellt werden,
vielmehr reicht es aus, dass im Jahr 2007 eine Anfinanzierung erfolgt. Nur wenn wir mit
attraktiven Ergebnissen eines hochkarätigen Wettbewerbs aufwarten können, hat unsere
historische Altstadt eine Zukunft.

Udo Golabeck,
für die SPD - Fraktion

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Hannelore Kraft
SPD.de