Samstag, 28.05.2011

Stellungnahme zum Thema Dichtheitsprüfung

Dichtheit und/oder Dämmung?
Gedanken zur aktuellen Diskussion zur Dichtheitsprüfung

Wer soll das bezahlen, wer hat das bestellt, wer hat soviel Pinke, Pinke, wer hat soviel Geld? heißt es in einem Karnevalsschlager jahrzehnte her. Die Zeiten wiederholen sich, nur immer etwas anders. Im Augenblick werden die Menschen erschreckt mit den Folgen und Kosten einer Dichtheitsprüfung nach dem Landeswasserschutzgesetz § 61a. "Hasse schon gehört, jetzt kommt § 61a," sagen die Leute, "der kostet dich richtig viel Geld. Und was bringt das?" Die Menschen erkennen zügig Kosten und Nutzen einer behördlichen Maßnahme. Und das ist hier wohl auch so. Die Verhältnismäßigkeit von Kosten und Nutzen muß hier angezweifelt werden. Dies Verhältnis erscheint nur vernebelt in der Diskussion. Zahlen von 1.000,- € bis 25.000,- € werden genannt. Teilweise erfährt man was über Förderrichtlinien. Dann macht die Bezirksregierung Druck gegenüber den Kommunen zwecks Einhaltung vorgegebener Termine. Von Strafenandrohung bis zu 50.000,- € liest man. Wohl nicht ganz dicht, einige? Von Gutachtern wird die Sinnhaftigkeit hinterfragt "Wie wichtig und schlimm ist es, wenn Schmutzwasser aus undichten Rohrfugen eventuell ausdringt und der Boden, in den es verlegt ist, ist dicht, wie Lehm oder Ton, wie z.B. hier in Lehm-go. Was ist mit Leichenwasser von Friedhöfen in Wasserschutzgebieten?" Fast eine Diskussion wie um Atom-Zwischen bzw. Endlager. Nun haben sich dazu Bürgerinitiativen besonders in Ostwestfalen-Lippe gebildet, wie DND-Dichtheitsprüfung-Nein danke.
Wenn die Rheinländer, so wie in ihrem Karnevalsschlager angedeutet, in der gleichen Massivität aktiv würden, könnte das vielleicht die Landesregierung, speziell den grünen Regierungspartner beeindrucken.

Ein anderes Megathema z. Zt. ist die Energiewende. Hier wird schon seit Jahrzehnten auf Energieeinsparung hingewiesen und es gibt diverse Verordnungen wie z.B. die EnEv. Durch Dämm-Maßnahmen am Gebäude und in der energetischen Gebäudetechnik sind vor Ort erhebliche Einsparungen möglich. Das rechnet sich. Amortisationszeiten von 10-12 Jahren werden genannt. Aber auch für diese Investitionen ist Geld erforderlich. Wohl dem, der hat. Die Leute haben aber nur ein Geld und die Belastungen für breiteste Bevölkerungsschichten sind groß. Und dann noch Dichtheitsprüfung Also Dichtheit und/ oder Dämmung ? Die Bürger sind gefragt.

Hanns Jürgen Bensel
Dipl.-Ing. (TU), Bauwesen
Kopernikusstr.4, 32657 Lemgo

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