Über Zypressen, Kraniche und Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen in den 20er Jahren
Ein besonderer Vortrag über die Stadtgeschichte Lemgos faszinierte zahlreiche Interessierte im Rahmen der Ortsvereinsversammlung der SPD am vergangenen Mittwoch.
Hermann Henschel vom Verein Alt Lemgo beeindruckte mit zahlreichen Informationen und Anekdoten zur Entstehungs- und Kulturgeschichte Lemgos, wobei er seine Führung an der alten Stadtmauer am Regenstor begann und das Gartenhaus der ehemaligen Gärtnerei Kuhlmann für eine anschauliche Erklärung des städtischen Entstehungsprozesses wählte.
Die Vereinigung der Alt- und Neustadt sei demnach ein Resultat einer spätmittelalterlichen Pestwelle.
Das Grundstück vor dem Gartenhaus bietet noch immer Platz für so manche exotische Pflanze, so zum Beispiel für eine für hiesige Verhältnisse ungewöhnlich alte Zypresse. Für stilles Schmunzeln sorgte der Ententeich am Lindenwall, dessen Entstehung auf eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme in den 20er Jahren zurückzuführen ist: um Arbeitsplätze zu schaffen, musste dieser von Hand ausgehoben werden. Gleiches Aufsehen erregte eine Idee des 17. Jahrhunderts, auf dem Wall Windmühlen aufstellen zu lassen, nachdem die Mühle am Langenbrücker Tor während des 30-jährigen Krieges von selbst eingestürzt war.
Die Besichtigung des Denkmals eines Kranichs im Abteigarten sorgte für weiteres Staunen bei einigen TeilnehmerInnen des eher ungewöhnlichen Stadtrundgangs, der schließlich gemütlich im Gasthof "Zum Weißen Ross" beendet wurde.
Zum Bild : Spd-Vorsitzender Christian Woelk bedankt sich bei Hermann Hentschel für den trellichen Rundgang beim Denkmal" Hans der Schöne".


