Mittwoch, 23.07.2008

Und Engel sind doch weiblich ...

Schon im vergangenen Jahr begrüßte der Ortsverein der SPD Hermann Hentschel, der erst neulich für seine intensive Arbeit im Verein Alt Lemgo mit dem Bundesverdienstorden ausgezeichnet wurde. Im Mittelpunkt dieser Begegnung stand ein Rundgang der südlichen Wallanlage, der dieses Jahr in den Norden ausgeweitet werden sollte.

Begonnen hat die Führung am ältesten sichtbaren Punkt in Lemgo, nämlich dem "Stumpfen Turm" mit dem umliegenden Friedhof. Die ursprüngliche Holzkirche wurde um 1500 durch ein Gebäude aus Stein ersetzt, in dessen Turm sich einige Mitglieder des Ortsvereins wagten: Zunächst führte eine enge Steintreppe hinauf, die bald durch eine knarrtschende Holztreppe abgelöst wurde. Das Ambiente aus Staub und Spinnweben versetzte manch einen in Abenteuerlaune.
Auch die Grabsteine weckten reges Interesse, die durch ihre doppelseitige Beschriftung und engelhafte Ornamentik hervorstechen. Zum Schmunzeln verleitete ein recht versteckter Engel, dessen Weiblichkeit in besonderer Weise vom Steinmetz hervorge-hoben wurde.
Abschließend begab sich der Ortsverein auf den jüdischen Friedhof, der 1721 de iure zu diesem erklärt wurde. Der Verein Alt Lemgo strebt eine Katalogisierung der bestehenden Grabmale an, die in der Nachkriegszeit wieder aufgestellt wurden, nachdem sie im November 1938 fast vollständig zerschlagen und abtransportiert waren.
Der Rundgang wurde im Biergarten"Zum Weißen Ross" abgeschlossen, wo das Erlebte verfestigt werden konnte.
In der nächsten Versammlung am 17. September befasst sich der SPD-OV Lemgo mit der Bahnreform. Referieren wird Ludger Siemer vom regionalen Verkehrsverbund OWL.
Karolina Goliasch
SPD-OV Lemgo
Hanns Jürgen Bensel
SPD-OV Lemgo, Hauptkassierer

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