Versprochen und gehalten
Lemgos Freie Wallfahrt wird beendet
Letzte Woche war es soweit, die Lemgoer SPD konnte eines ihrer zentralen Wahlversprechen einlösen. Die "Freie Lemgoer Wallfahrt" wurde im Verkehrsausschuss gekippt und mehrheitlich mit den Stimmen der FDP und BfL beendet.
Vor knapp zwei Jahren wurde der von der damaligen schwarz-grünen Ratskoalition beschlossene Wallvorrang nach einem teuren und aufwändigen Umbau in Kraft gesetzt und entpuppte sich (wie schon vor der Einführung befürchtet) zu einer Hauptunfallquelle im Lemgoer Stadtgebiet. Allein fünf Unfälle mit Verletzten gab es nur an der Wallquerung Slavertorwall. Nach Meinung aller Fraktionsmitglieder der Lemgoer SPD sind dies fünf Unfälle zu viel.
Auch wenn Die Grünen in Person von Herrn Höltke jetzt beleidigt um sich beißen und Tatsachen verdrehen, konnte es doch die Mehrheit im Verkehrsausschuss am vergangenen Mittwoch nicht mehr überzeugen. Hysterisch und schwarzmalend sieht er seine Partei nun um ihr Früchte gebracht, die Die Grünen (mit ihrer Zustimmung für ein Parkhaus vor zwei Jahren) der CDU abgerungen haben.
Der SPD wirft er vor, sie untermauere ihren Ruf als "Autofahrer-Partei". Dabei übersieht er sicherlich, dass
- die SPD dies Parkhaus West, wie es jetzt ist, überdimensioniert und zu teuer, nicht wollte.
- eine der treibenden Kräfte bei der Umsetzung von fahrradfreundlichen Maßnahmen ist und in der Vergangenheit schon war.
- Mit einer verantwortungsvollen SPD solch eine gefährliche Freie Wallfahrt "um jeden Preis" nicht zu machen ist und auch bereits in der Vergangenheit auf die Gefahren hingewiesen hat.
Man darf hier nicht alles durch eine grüne Brille betrachten sondern muss sich auch fragen, was wir den Lemgoer denn dadurch wegnehmen oder zumuten, wenn wir diesen Hauptunfallschwerpunkt auflösen? Unsere Antwort: "Gar nichts!" Es wird niemanden geben der dadurch Nachteile erleidet!
Die durch die Verwaltung bezifferten Kosten von 35.000 Euro für den Abbau der Schilder werden wir genauestens betrachten und beobachten. Jedoch kann sich jeder ausmalen, dass es nicht möglich ist eine Maßnahme die über 100.000 Euro gekostet hat, kostenlos rückzubauen.
Auch will die SPD im Gegensatz zu Herrn Höltke nicht mehr auf Zeit setzen und somit weitere Unfälle für eine Ideologie billigend in Kauf nehmen. Die letzten Maßnahmen die Wallfahrt sicherer zu machen (Aufstellen weiterer Schilder im bereits verwirrenden Schilderwald der Wallquerungen) sollten über mehrere Monate beobachtet werden, wissentlich in den nächsten Monaten, aufgrund der Witterung weniger Radverkehr zu haben und somit weniger Unfallpotentiale. Dieses gefährliche Spiel mit der Gesundheit aller Verkehrsteilnehmer, das aufrechnen andere Unfälle mit Radfahrern im gesamten Stadtgebiet und das verdrehen von Tatsachen disqualifizieren den Verkehrspolitischen Sprecher der Grünen.


