Wallquerung: 7 Verletzte in 13 Monaten
In den 5 Jahren Radfahren auf dem Wall vor Umkehrung der Vorfahrt an zwei Straßenkreuzungen findet sich in der Verkehrsunfallstatistik nicht ein einziger, registrierter Verkehrsunfall, geschweige denn Verletzte.
Nach der Vorfahränderung registrieren wir dagegen mindestens 7 Verletzte bei 7 Zusammenstößen von Autofahrern und Radfahrern (6 Fälle) und Fußgängern (ein Fall). Trotz Investitionen von über 100 000 € in Rampen, Pflaster in Kontrastfarbe, Schildern und Fahrbahnmarkierungen! Die Entwicklung hat mittlerweile die Unfallkommission des Kreises Lippe auf den Plan gerufen, die noch in diesem Jahr tagen wird. Die Unfälle im Detail:
- Am 16. 08.2009 wird ein Fahrradfahrer (80 Jahre alt) von einem Pkw (Führer 43 Jahre alt)überfahren und verletzt; die Polizei nimmt eine Anzeige wg. Körperverletzung auf;
- Am 22. 08. 2009 wird ein 40-jähriger auf dem Rad von einem PKW (Führer 79 Jahre alt) angefahren und verletzt; die Polizei erstattet Anzeige wg. Körperverletzung;
- Am 6. 04. 2010 trifft es einen 84 jährigen Radler, der von einem PKW (Führer 79 Jahre alt) angefahren und verletzt wird; die gerufene Polizei nimmt eine Körperverletzung auf;
- Am 19. 05. 2010 überfährt ein 66-jähriger Autofahrer einen Radfahrer (55 Jahre alt) und verletzt ihn; die Polizei legt eine Anzeige wegen Körperverletzung im Verkehr vor;
- Im Juli 2010 fährt eine Frau einen bekannten 70-jährigen Lemgoer an; das Fahrrad wird beschädigt, der Umgefahrene kommt mit Stauchungen, Prellungen und Schürfungen davon. Er einigt sich mit der Verursacherin dass sie für den Schaden aufkommt und verzichtet darauf die Polizei zu rufen. Sein Erlebnis berichtet er ausführlich als Gast im Verkehrsausschuss der Alten Hansestadt Lemgo. Unbekannt ist leider, wie groß das Dunkelfeld nicht polizeilich registrierter Zusammenstöße tatsächlich ist.
- Am 11. 08. 2010 überfährt ein 24-jähriger mit seinem Auto einen 69 Jahre alten Radler und verletzt ihn derart, dass die Polizei eine Anzeige wegen Körperverletzung aufnimmt.
- Obwohl die Beschilderung und Markierung auf der Straße wiederholt verbessert wurde; mittlerweile hängen die Schilder quer oberhalb der Straße; kommt es erneut zum Unfall:
Diesmal trifft es einen 76- jährigen Fußgänger, wieder am Slavertorwall, der am 16. 9 2010 von einem Autofahrer (77 Jahre) angefahren und verletzt wird.
Alle Verletzten kamen in ärztliche Behandlung: Von Prellungen, Stauchungen bis zum Wadenbeinbruch sind verschiedenste Verletzungen registriert; über das traumatische Erlebnis vom Auto umgefahren zu werden berichtete das Opfer zu Unfall Nr. 5 im Verkehrsausschuss. Aus der Schilderung wurde einmal mehr die Erkenntnis der Verkehrsgutachter bestätigt, dass es vom Zufall abhängig ist, ob es beim Zusammenstoß zwischen einem Auto und einem Radfahrer oder Fußgänger zu leichten oder zu schweren bis tödlichen Verletzungen kommt! Bedenkt man, dass es in 5 Jahren zuvor bei anderer Vorfahrtregelung zu keinem einzigen polizeilich registrierten Unfall gekommen ist, drängt sich der Handlungsbedarf auf. Und weil die verbesserte Beschilderung nachweislich nicht mehr Sicherheit gebracht hat ist die SPD Fraktion für die Wiederherstellung der alten, unfallfreien Vorfahrt-Regelung. Wir, von der SPD Fraktion, werden das körperliche Risiko der Fahrradfahrer bei der Wallquerung nicht weiter verantworten und streben den Rückbau an. Auch wenn es 20 000 € kosten wird.


