EU-Fördermittel für Lippe
Was haben wir davon, wenn wir an der Europawahl teilnehmen? Diese Frage hört man kurz vor der Europawahl nicht selten. Es gibt natürlich viele Gründe, sich für das Europaparlament einzusetzen und die Entscheidungen nicht nur den Regierungen zu überlassen, wie Christoph Dolle, der SPD-Kandidat, bei seinem Besuch in Lemgo verdeutlichte. Aber schauen wir mal genauer hin, welche Fördermittel in den letzten Jahren nach Lippe geflossen sind.
In den Jahren 2000 bis 2006 flossen 102.215.180 Euro nach Lippe. Eine erkleckliche Summe. Übrigens fließen in die ländlichen Regionen deutlich mehr als in die Städte. Bielefeld hat in diesem Zeitraum beispielsweise nur 32.841.621 Euro bekommen.
Es werden viele Projekte in der Landwirtschaft und im Bereich Naturschutz gefördert. Wichtig aber auch die Förderung der mittelständischen Wirtschaft, insbesondere bei Unternehmensgründungen und der Förderung internationaler Kooperation. Viele Förderprogramme werden durch das Detmolder GILDE-Zentrum organisiert. So auch ein Programm zur Unterstützung der gesellschaftlichen Verantwortung und Beteiligung der Wirtschaft. Die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen lippischen Gemeinden wird seit kurzem durch das "Leader-Programm" fachkundig begleitet.
Es werden kulturelle und schulische Partnerschaften unterstützt. Die Stadt Detmold hat vor kurzem für interessierte Gruppen im Rathaus einen Beratungstag organisiert. In Lemgo nimmt das
Marianne-Weber-Gymnasium zusammen mit einer spanischen und schwedischen Schule am sogenannten Comenius-Projekt teil - für die beteiligten Schülerinnen und Schüler mit prägenden Eindrücken und Erfahrungen.
All dies ist nur ein Auszug aus allen europäischen Fördermöglichkeiten. Christoph Dolle wies mit Recht darauf hin, dass in Lippe die Möglichkeiten längst noch nicht ausgeschöpft seien. Vor allem kritisierte er, dass die Mittelvergabe hinter verschlossenen Türen oft nach den Prioritäten der CDU-Landesregierung stattfinde. Wenn sich vor Ort in Politik und Verwaltung jedoch nichts rege, dürfe man sich nicht beklagen, dass Mittel in andere Regionen fließen.

