22. Januar 2014

Wahlkampf um die Post?

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Die baldige Kommunalwahl lässt grüßen:  Resolution und Unterschriftensammlung gehen allerdings weit an der Realität vorbei. Schon heute gibt es in Lemgo diverse Postagenturen in Brake, Lieme, Kirchheide, und  im REWE, die in Geschäften und Lokalen nebenher betrieben funktionieren und bis spät in den Abend geöffnet sind.

Nachdem die Stadt Lemgo seit Jahren auf dem Postgrundstück einen Elektromarkt plant und mit Macht nach vorn bringt, ist das Gebäude samt Parkplatz mittlerweile verkauft. Mehrfach hat die Post, die als Dax-Konzern mittlerweile auch wirtschaftlich agieren will, ihren Schalterdienst an private Betreiber als Agentur  vergeben. Ein bereits in anderen Städten erfolgreiche Franchise-Unternehmer, sucht nun in Lemgo geeignete Geschäftsräume samt Parkplätzen für einen privat geführten Post-Shop. Gerade so, wie sie in diversen Lemgoer Ortsteilen  und anderen Mittelstädten seit Jahren mit dem üblichen Postangebot funktionieren. Leerstände in der Leopoldstraße und an der Breiten Straße, sowie das alte Postgebäude sind dabei im Fokus. Die Entscheidung  „Wo“ trifft die private Agentur.

All das weiß die Stadtverwaltung genau und unterstützt auch bei der Suche, wie im letzten Hauptausschuss vorgestellt und in der Zeitung zu lesen.

Wie realitätsfern ist dann eine Resolution des Rates an die Post und die Abgeordneten in Bund und Land, den alten Zustand zu erhalten und eine Postfiliale in eigener Hand zu unterhalten. Nicht nur weil die Stadt die Aufgabe an der Bismarckstraße selbst betrieben hat und alle ihre Briefe aus Kostengründen von der Post  weg genommen und an einen privaten Anbieter vergeben hat; sondern weil der e-mail Verkehr die hergebrachte Korrespondenz mit Briefmarken revolutioniert und die Aufhebung des Postmonopols mehrere private Dienstleister und Paketdienste auf den Plan gerufen hat. Sowie der Einzelhandeln seine Last mit dem Online-Handel,  verändert sich die Gesellschaft eben.

Beschlossen ist auch, dass die Postbank selbstständig unter dem Dach der Deutschen Bank auftritt und vom Schalterdienst getrennt wird. Auch das holen wir für Lemgo nicht zurück!

Udo Golabeck, Fraktionsvorsitzender: Wenn nun neben einer unsinnigen Resolution auch noch Unterschriften zum Erhalt der Postfiliale wie früher gesammelt werden, kann man wirklich nur feststellen, dass der Kommunalwahlkampf eingeläutet ist: Also kräftig die Realität ignorieren und Schaum schlagen – vielleicht merkt`s der Wähler ja nicht.